Kolumbien

Größe: ca. dreimal so groß wie Deutschland, ca. 50.000.000 Einwohner

Kolumbien ist ein Land voller Farben, Düfte, reizvoller Städte und unvergleichlicher Landschaften. Ein Land, dessen Einwohner Gäste mit offenen Armen und viel Leidenschaft in ihren Herzen empfangen.

Kolumbien hat abwechslungsreiche Landschaften, eine reiche Artenvielfalt und unendlich viele Traditionen. Das Land vereint vielfältige Klimazonen - von feucht-heißen Tropen über ewigen Schnee auf den Gipfeln der Anden und warmen Stränden der Karibik bis hin zum üppigen Amazonas-Urwald und den kargen Wüsten der Guajira-Halbinsel.

Kolumbien ist bekannt für seinen ausgezeichneten Kaffee und seine lupenreinen Smaragde. Es ist auch das das Land der Legende vom versunkenen "El Dorado" und der zauberhaften Welt von Macondo aus dem Roman "Hundert Jahre Einsamkeit" von Gabriel García Márquez.

Hier ein schöner Film von Laura Moser (JSG) über das Land, das sie selbst bereist hat.

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Kolumbien aktuell: Proteste gegen die Regierung

"Seit Tagen gibt es in Kolumbien massive Proteste; mehrere Menschen wurden getötet. Ursprünglich richtete sich der Unmut gegen später zurückgezogene Pläne für eine Steuerreform; mittlerweile richten sich die Demonstrationen allgemein gegen die Politik der Regierung von Präsident Ivan Duque." (FAZ)

Mehr dazu hier.

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Informationen von unseren Partnern:

https://www.dahw.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/kolumbien.html

Die DAHW in Kolumbien

In Kolumbien ist die DAHW seit 1960 aktiv. Das Hilfswerk arbeitet mit mehreren Partnern zusammen: mit dem nationalen Lepra-Kontrollprogramm, mit den Ministerien für Gesundheit und Soziales sowie mit einigen Universitäten. Durch eine bessere Ausbildung von medizinischem Personal soll es mehr Sicherheit bei der Lepra-Diagnose geben. Zudem soll der Zugang für erkrankte Menschen zu Diagnose und Therapie verbessert werden – denn das ist besonders wichtig, um Behinderungen infolge einer Lepra-Erkrankung zu vermeiden.

Von Lepra betroffene Menschen bekommen darüber hinaus durch die DAHW aktive Unterstützung bei ihrer beruflichen Aus- und Weiterbildung, damit sie trotz des Stigmas der Krankheit Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben oder sich in ihren Berufen selbständig machen können. Die instabile politische Lage im Land und die oft bewaffnet ausgetragenen Konflikte erschweren seit vielen Jahren die Arbeit der DAHW. 

Zum ausprobieren: 

- Bananenkeksreszept 
- Freundschaftsbändchen knüpfen

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https://worldbicyclerelief.org/de/kolumbien/

Alles Banane oder was?

Viele denken bei Kolumbien nur an Drogenhandel, doch das Land produziert auch eine der liebsten Früchte der Deutschen: Die Banane.

Kolumbien ist einer der größten Bananenexporteure der Welt. Die größte Anbauregion liegt im Nordosten Kolumbiens.

Die Banane ist eine besondere Frucht. Eigentlich nicht nur eine. Es gibt nämlich eine Menge Bananensorten, aber die einzige, die wir kennen und die in Deutschland zu 99% gehandelt wird, ist die Sorte „Cavendish“.

Quelle: TransFair e.V.

Bananen stellen eine Menge Energie, z.B. zum Radeln zur Verfügung, zunächst in Form von Stärke, aber je reifer sie wird, desto mehr Zucker enthält sie – und übrigens auch Alkohol. Fünf reife Bananen sollen etwa so viel Alkohol enthalten wie ein kleines Bier. Solche Kuriositäten erfährt man auf quarks.de.  

Der Anbau der goldenen Frucht gibt vielen Menschen ein Einkommen, bringt aber auch viele Probleme mit sich, wie man z.B. auf der genannten Seite nachlesen kann,

vor allem …

  • ein hoher Einsatz an Agrargiften
  • ein hoher Wasserverbrauch (500 l/1 Kilo Bananen und mehr)
  • ein großer Einsatz von Plastik (zum Einpacken der Bananen schon am Baum)
  • schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen für die Arbeiter

 

Doch es gibt Hoffnung: Es laufen Bemühungen, z.B. in Projekten des WWF oder auf fairtrade-zertifizierten Plantagen für mehr Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit. Bei Fairtrade-Produzenten liegen die ökologischen und sozialen Kosten, die durch den Bananenanbau für die Gesellschaft entstehen, nur etwas halb so hoch wie bei konventionellen Betrieben.

Gerade Kolumbien macht hier große Fortschritte.

 

Die Corona-Krise macht die Situation allerdings nicht besser.

Doch es ist nicht nur das Corona-Virus, das Probleme macht. Ohne dass du etwas davon gemerkt hast, hat sich ausgerechnet in Kolumbien in letzter Zeit ein Pilz verbreitet, der den Bananenanbau stark gefärdet (siehe unten!).

Quellen und weiter Info:

Allgemein: https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/gelb-krumm-und-heiss-diskutiert-die-banane/

Studie: https://www.fairtrade-deutschland.de/fileadmin/DE/01_was_ist_fairtrade/05_wirkung/studien/2018_True_Cost_of_banana_production_exec_summary_de.pdf

Bananenpest? Infos zum Anhören hier: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/kolumbien-bananen-krise-wegen-pilzbefall

Viele Infos zur (Fairtrade-) Banane:

https://www.fairtrade-deutschland.de/produkte/bananen/hintergrund-fairtrade-bananen

 

 

Ungedingt anschauen! Der Vlog von Felix von der Laden führt euch nach Kolumbien:

https://www.youtube.com/watch?v=rZtAtmazTis

 

Noch mehr davon auf dem Fairtrade-Channel:

https://www.youtube.com/channel/UCzhtYSkmL2P_9Tgqu_H-B8g

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Bananenrepublik?

Die politische Lage in Kolumbien ist immer noch angespannt. Das deutsche auswärtige Amt beschreibt die Situation so:

„Kolumbien ist noch immer von einem mehr als 50 Jahre währenden Konflikt geprägt, der über 200.000 Tote gefordert und rund 6,8 Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer zu Binnenflüchtlingen gemacht hat. 2016 unterzeichnete der damalige Präsident Santos mit der größten Guerillagruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) ein Friedensabkommen, das sich jetzt in der Umsetzungsphase befindet. Friedensgespräche mit der ELN-Guerilla wurden nach einem schweren Anschlag in Bogotá im Januar 2019 von der Regierung beendet.“

Nach dem Abkommen mit der FARC wurden Sondergerichte eingerichtet, welche die Untaten des Bürgerkriegs aufarbeiten sollten und zur Versöhnung beitragen sollten. Doch der Prozess stellt sich nicht einfach dar. Viele, die auf der ein oder anderen Seite zu Opfern wurden, beklagen sich über (Teil-)Amnestien für die Täter. Außerdem ist es ein Risiko, die Waffen niederzulegen. Denn es sind noch immer bewaffnete Gruppen unterwegs, wie die oben erwähnte ELN und rechte paramilitärische Gruppen, aber auch die Drogenkartelle. Schließlich gehört Kolumbien zu den größten Kokainproduzenten.

In dieser Situation haben es Menschen, die sich für Frieden, Menschenrechte und die Umwelt einsetzen nicht leicht, aber es gibt immer wieder Hoffnungszeichen, wie die Aktion des dt. Goethe-Instituts in Kolumbien zusammen mit dem deutsch-kolumbianischen Friedensinstitut...

 

Hör doch mal rein! Ein Lied fürs Leben:

15 Künstler*innen aus verschiedenen kolumbianischen Regionen nehmen an der Kampagne „Sonidos por la vida“ teil, um für Leben, Frieden und Versöhnung zu demonstrieren.

Nach der Eskalation der Gewalt in Kolumbien sowohl das CAPAZ-Institut wie das Goethe-Institut arbeiten gemeinsam um das Leben zu bejahen, in einer Kampagne von Kurzvideos mit Botschaften und Musik zum Thema Frieden. Diese Videos sollen in sozialen Netzwerken verbreitet werden, um eine Wirkung auf einen breiten Teil der Bevölkerung, insbesondere auf junge Menschen, zu erzielen.

https://www.goethe.de/ins/co/de/kul/sup/son.html (abgerufen 1.5.2021)

Auswärtiges Amt: https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/kolumbien-node/... (abgerufen 1.5.2021)

Entfernung von Karlstadt: 
rund 9000km